Besucher:

12.4.2012: Unsere erste Spendenfahrt nach Tatabanya

 

Die Fahrt

Nachdem wir das Auto und einen großen Anhänger bis oben hin vollgeladen hatten mit tollen Spenden:

    

    



fuhren wir um 18 Uhr los in Richtung Ungarn. Ralph, Ina und ich fuhren von Mönchengladbach aus und gegen drei Uhr in der Nacht trafen wir uns in Bayern mit Sandra. Ein ausgeschlafener Fahrer ist sehr viel Wert ;-)!

Die Fahrt selbst verlief sehr gut. Mit etwas Verspätung kamen wir dann am Freitag, 13.11.12 gegen halb elf, in Tatabanya an. Für einige Hunde würde Freitag der 13. Glück bringen.

Wir telefonierten mit Krisztina, der ungarischen Tierschützerin, die auch unsere Dolmetscherin ist. Der Treffpunkt war "Sparmarkt", das kannten wir schon von den anderen Ungarnfahrten. Da hieß es auch immer "Sabrina, Sparmarkt" ;-)! Auf dem Sparmarktparkplatz wurden wir von Krisztina und Eva (Tierheimleiterin) abgeholt.

Tierklinik Tatabanya





Wir fuhren als erstes zu der Tierklinik, die sich um die Behandlung der Tiere aus dem Tierheim kümmert. Wir waren sehr erstaunt, denn diese Klinik wird von einem sehr netten Team geführt. Es ist sehr ordentlich dort und man konnte sehen, dass die Tiere wirklich gut versorgt werden. Die Pfleger gingen liebevoll mit den Tieren um und waren bemüht, uns alle Fragen zu beantworten.

Wir alle durften in den hinteren Bereich der Klinik zu den Boxen gehen, in denen sich einige Hunde befanden. Uns wurde sofort Foltos gezeigt, seine traurige Geschichte finden Sie HIER. Er lag in seiner Box mit einem Kragen um den Hals. Sehr traurig schaute er uns an. Die Pflegerinnen öffneten kurz das Gitter und streichelten ihn. Frisches Futter und Wasser stand dort für ihn bereit. Auch eine Decke lag für ihn in der Box und Foltos sah den Umständen entsprechend gut aus.

In einer weiteren Box saß eine Hündin, deren Bein man amputieren musste. Dara wurde von einem Auto erfasst und hatte Glück im Unglück! Daras rechtes Vorderbein fehlt nun, aber die Narbe sah sehr sauber aus und erfahrungsgemäß wird sie sehr gut mit ihrer Behinderung klar kommen.

Auch "Blacky", eine wunderschöne, junge Labradormischlingshündin, saß dort, aber in einer viel zu kleinen Box. Die Pfleger holten sie dort heraus, damit wir bessere Fotos machen konnten. Sie ist wirklich wunderschön, sehr verspielt, aber ganz lieb.

Ein kleines Bulldoggenmädchen saß in einer weiteren Box. Als wir sie herausholten, freute sie sich mit ihrem ganzen Körper, sie ist eine sehr freundlich Maus.



Was uns sehr gut gefiel, war, dass in einem der Käfige sogar eine Wildente saß! Sie hatte Gras und Wasser, also tierlieb waren diese Menschen dort auf jeden Fall!


Wir klärten alles ab, bezahlten die bisherigen Tierarztkosten für Foltos und erfuhren, dass er in der nächsten Woche in die Pension umziehen kann.

Das Tierheim "Pfote"

Nun ging es weiter zum Tierheim "Pfote" in Tatabanya. Vor dem Tor des Tierheims angekommen erklärte Eva uns, dass hinter dem Tor Hunde seien, die uns evtl. anspringen würden ;-). Also damit hätten wir wirklich nicht gerechnet, Hunde, die dort frei herumlaufen und uns anspringen würden :-D. Das fanden wir wirklich süß, dass sie uns darauf aufmerksam machte.

Wir gingen mit ihr hinein und fanden uns schon im ersten Zwinger auf dem Boden wieder, denn hier waren wirklich niedliche, kleine Welpen. Die hatte Eva kurz vorher dort gefunden, wo Foltos auch gefunden wurde. Die Welpenmutter war nicht dabei, allerdings sind die Kleinen wohl schon etwa 8 Wochen alt, somit können sie auch ohne Muttermilch überleben.

  


Eva erzählte uns einiges über das Tierheim und die Hunde. Zurzeit leben 103 Hunde und drei Schafe in dem Tierheim. Zwei der Schafe sind Handaufzuchten und eines wurde aus schlechter Haltung befreit. Auch die Schafe hatten ein schönes Gelände und einen kleinen Unterstand.



Eva führte uns in das Gebäude des Tierheims. In der Mitte lag ein betonierter Gang und links und rechts geflieste Zimmer mit 1 bis 5 Hunden darin. Natürlich war es hier sehr laut und eine Unterhaltung war nicht möglich, wir notierten uns die wichtigsten Daten zu den Hunden und schossen Fotos. Eva erzählte, dass sie die Zwinger im Winter sogar beheizen kann.

  


In einem Zwinger saß auch Mandula ganz versteckt und ängstlich in der Ecke. Ich sagte ihm, dass wir ihn heute mit in eine neues, schöneres Leben nach Deutschland nehmen würden.

Weiter ging es über den Freilauf in Richtung Quarantänestation. Der Freilauf liegt direkt hinter den Zwingern, sodass die Mitarbeiter die Möglichkeit haben, die Hunde dort gruppenweise laufen zu lassen. Die Quarantänestation liegt im hinterem Teil des Tierheims, etwas entfernt von den anderen Zwingern. Hier befanden sich zwei Mutterhündinnen mit Welpen jeweils in einem gefliesten Zwinger und in einem weiteren Raum die 6-jährige Schäferhündin Lili. Uns beeindruckte sehr, wie bemüht die Tierheimmitarbeiter waren, hier die Hygienevorschriften einzuhalten. Sie benutzten Schutzhüllen für die Schuhe, damit sie keine Keime zu den Welpen trugen. Auch die Welpen wurden uns aus sicherer Entfernung gezeigt und die Zwinger betraten wir nicht.

  


Eva, die Tierheimleiterin, erzählte uns, dass sie sich wünsche, die Quarantänestation von außerhalb des eigentlichen Tierheims betreten zu können. Das heißt, man müsste nicht durch das Tierheimgelände gehen, um zur Quarantänestation zu gelangen. Weiterhin wünsche sie sich einzelne Ausläufe, die von den Quarantänezwingern ausgehen, sodass die Hunde in den Zwingern sich auch frei bewegen können. Das Gelände dafür ist vorhanden und wir werden bei der Verwirklichung helfen.

  


Nachdem wir übers gesamte Gelände geführt worden waren, alles sehr gut beschrieben bekamen und uns einen Eindruck verschafft hatten, luden wir die Spenden aus. Die Freude war groß und alle zeigten sich sehr dankbar.

In der Tötung

Nun ging es weiter zur Tötungsstation Tatabanya. Wir hatten auf der Fahrt dorthin alle ein mulmiges Gefühl im Bauch. Wir kamen dort an und wurden zu unserem Erstaunen sehr freundlich empfangen. Die Mitarbeiter der Tötung erzählten uns Einiges über die Entstehungsgeschichte der Tötungsstation, u.a., dass die Tötung früher eine Grundschule gewesen sei.

Wir gingen gemeinsam über einen langen Gang mit sehr hohen Decken durch das Gebäude und hörten schon ein wenig Hundegebell. In den Innenräumen befanden sich einige Welpen und Hunde, die separiert werden müssen, weil sie z.B. frisch kastriert worden waren.

Weiter ging es aufs Außengelände, wo sich ca. 25 Zwinger befanden. Fast alle waren belegt und von überall schauten uns traurige Hundeaugen an. Einige der Tiere kamen nach vorne, wedelten uns an und sprangen am Gitter hoch. Andere blieben in ihren Holzhütten liegen und hatten, so schien es, schon resigniert. Es war so traurig, zu sehen, was für wunderbare Seelen hier auf den Tod warten. Und es ist uns ein großes Anliegen, dies zu verhindern. Das Glück dieser Hunde ist, dass die wirklich freundlichen Mitarbeiter dies auch verhindern wollen. Man spürte auch, dass die Beziehung der Hunde zu den Mitarbeitern und umgekehrt sehr positiv war. Sie behandelten die Hunde liebevoll und konnten uns zu jedem von ihnen etwas sagen.

    


  



Nachdem wir die Futterspenden, die wir für die Tötung mitgebracht hatten, ausgeladen hatten, wurden Gombóc und Loona aus ihren Zwingern geholt und in die Boxen ins Auto gebracht. Auch hier zeigten sich die Mitarbeiter wirklich sehr verständnisvoll und geduldig den Hunden gegenüber. Und sie freuten sich, dass die Beiden nun in ein besseres Leben fahren können. Dann ging es zurück zum Tierheim, um dort Mandula abzuholen. Mandula wurde herzlich verabschiedet und man wünschte ihm ein besseres Leben in Deutschland.

Die Tierpension

Mit den drei Hunden im Gepäck ging es weiter in die Tierpension, wo die 7 Zwerge auf uns warteten. Nach einer Stunde dort angekommen, luden wir hier noch die sieben Welpen ein. Da Foltos demnächst in diese Pension ziehen wird, freuten wir uns, dass auch hier die Mitarbeiter sehr freundlich und liebevoll mit den Hunden umgingen. Wir verabschiedeten uns von Krisztina und Eva und waren uns alle einige das wir gemeinsam für die Hunde kämpfen wollen. Erschöpft machten wir uns nach 25 Stunden ohne Schlaf auf den Weg, denn wir hatten noch 18 Stunden Fahrt vor uns. Diese Fahrt hat uns wieder einmal gezeigt, wie sehr es sich lohnt, für diese Tiere zu kämpfen, denn sie sind schuldlos an Ihrer Situation und genau deshalb brauchen sie uns und unsere Hilfe.

Ein ganz großes Dankeschön von TiNo e.V. geht an alle Geld- und Sachspender, die uns so super unterstützt haben, die diese Fahrt überhaupt erst ermöglicht haben, und an Krisztina und Eva für die tolle Zusammenarbeit.