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12.04.2013: Notfall- und Spendenfahrt nach Polen

 

Wieder einmal war es ein Notfall, der uns dazu brachte, uns auf den Weg nach Polen zu machen. Dank der lieben Menschen, von denen wir Sachspenden wie beispielsweise Kleidung, Decken und Spielzeug bekommen, konnten wir wieder einmal mit vollbeladenem Wagen losfahren. Zum Glück gab es keine Probleme und die Straßen waren leer, sodass wir nach elf Stunden Fahrt am frühen Morgen bei Agnieszka ankamen.

  

  

Wir begrüßten zuerst die Mama Sabina mit ihren 7 Welpen. Sabina ist eine tolle Hündin und Mama: sie kümmert sich sehr liebevoll um ihre Kleinen und ist eine überaus freundliche und dankbare Hündin. Sie hat sehr viel Menschenvertrauen, als ob sie von Anfang an gewusst hätte, dass die Tierschützer ihr helfen und ihre Welpen retten würden.



Lesen Sie hier die Geschichte von Sabinas Rettung (bitte klicken).

Die weiteren Hunde, die wir nach dem Auspacken am Abend zum Auto brachten, waren Kora, Bax und Sochia.

Sochia wurde im Januar von Tierschützern aus einem Tierheim in Polen gerettet. Die wunderschöne Maus saß ganz verstört in der hintersten Ecke und hatte fürchterliche Angst. Die anderen Hunde dominierten sie total, sodass sie keine Chance hatte, an das sowieso schon wenige Futter oder Wasser zu kommen. Wenn sie dort geblieben wäre, hätte sie fast keine Überlebenschance gehabt. Sie wäre sicher verhungert oder wegen schwerer Bissverletzungen gestorben. Sochia kam in Polen in eine Pflegestelle, wo sie zunächst gesund gepflegt wurde. Sie hatte eine Lungenentzündung, war sehr schwach und unterernährt.

  

Kora, unsere junge Dobermanndame, die ihr ganzes Leben an der Kette verbracht hatte, war während der Fahrt sehr aufgeregt. Ich sagte ihr immer wieder, dass sie nach Deutschland fährt, zu einer liebevollen Familie, bei der sie einen Hundefreund, einen schönen Garten, lange Spaziergänge und immer genug Futter haben wird. Sie hörte mir zwar zu, war jedoch dann sehr ungeduldig, ihr neues Leben endlich kennenzulernen, und winselte immer wieder leise vor sich hin.

  

Unser Streuner Bax schlief während der Fahrt und blickte nur ab und zu mit seinem einen Auge aus dem Käfig heraus, als wollte er fragen "Sind wir schon da?" Er kuschelte sich dann wieder in seine Decke ein und träumte von seinem Glück: endlich wird er im Warmen schlafen, es wird jetzt immer genug Futter geben und wenn etwas weh tut, wird man versorgt. Das kannte der liebe Bax bis jetzt nicht - er kannte nur Kälte, Hunger, Beißattacken von anderen Hunden, Tritte und Gleichgültigkeit.

  

Wir waren so froh, diesen lieben, tollen Hündchen ein besseres Leben in Deutschland geben zu können. Wie immer waren wir nach der Ankunft "hunde-müde", völlig erschöpft und unendlich glücklich.