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09.11.2012: Unsere erste Spendenfahrt nach Polen

 

Einpacken/Auspacken der Spenden:

Voller Freude sahen wir zu, wie der Wagen voller und voller wurde und konnten es nicht glauben, wie viele tolle Sach- und Futterspenden zusammen gekommen sind, wie viele Menschen für uns gesammelt haben. Wir waren sprachlos vor Freude.

 
 
 


Jetzt wollten wir nur noch losfahren und schnell ankommen, schließlich hatten wir über tausend km vor uns und wurden sehnsüchtig erwartet. Wir fuhren gegen 20 Uhr los, die Straßen waren leer, sodass wir knapp zehn Stunden später vor Ort waren.

Kasia wartete schon auf uns, ich schrieb ihr kurz vor unserer Ankunft, dass wir bald da sein würden. Sie hatte Tee gemacht. Wir fielen uns in die Arme und die vielen Hündchen, die bei ihr leben, freuten sich wie verrückt mit. Sie wedelten alle mit den Schwänzchen, jeder wollte begrüßt werden. Vor allem die sechs Welpchen drückten sich unter den Anderen hindurch zu uns vor und forderten eine ausgiebiege Begrüßung.

Wir tranken Tee und zeigten dann Kasia den vollen Wagen. Sie klatschte in die Hände und sagte: "Ich glaube es nicht, ihr seid hier und die ganzen Sachen. Ich glaube, ich bin noch nicht wach geworden!".

Da wir nach der langen Fahrt mit wenig Schlaf sehr müde waren, legten wir uns erst einmal schlafen. Es war 7 Uhr morgens, die anderen Mädchen, die Kasia helfen und auch Tiere aufnehmen, wollten zum Auspacken helfen kommen, wenn wir etwas geschlafen hatten.

Am frühen Nachmittag kamen unsere Freundinnen und wir fingen an, die Spenden auszupacken. Staunend standen Alle wie gelähmt vor dem Transporter und konnten ihren Augen nicht trauen. Ich vernahm nur halbe Sätze wie "oh mein Gott... so toll... unglaublich... das alles...".

 


Wir fingen an auszupacken und lächelten die ganze Zeit, denn wir waren so glücklich! Wir lachten viel, während wir die Sachen in die Wohnung von Kasia trugen. Auf der Straße blieben Menschen stehen und schauten uns zu. Kinder fragten, woher die Sachen kämen und Alina sagte: "Aus Deutschland, von unseren Freunden, den Tierschützern, die uns helfen, den Tieren zu helfen." Die Menschen freuten sich mit uns und Viele gaben mir die Hand, die Älteren sagten "Gott mit dir, mein Kind!"

Nachdem wir ausgeladen hatten und zu Mittag gegessen hatten, fuhren wir zu den Stellen, die von Kasia und Alina regelmäßig mit Futter versorgt werden: Stellen, wo wilde Katzen leben, die gefüttert werden, zu Hunden von armen Menschen, die unterernährt und oft krank sind, weil die Besitzer kein Geld haben, zu Hunden, die bei alkoholkranken Menschen leben und um die sich sonst niemand kümmert. Wir verteilten einige der Futterspenden, aber auch Decken und Handtücher. Die Menschen bedankten sich, Manche entschuldigten sich für ihre ärmlichen Verhältnisse, Manche auch für ihren Alkoholkonsum.

So beispielweise die Besitzer von Perua, der kleinen, lieben Hündin, die seit sieben Jahren in einer kaputten Hundehütte lebt und nur mit Essensresten auskommen muss. Ihre "Näpfe" waren voller Laub, in einem davon war braunes Wasser.

 
 


Die Familie empfing uns freundlich, wollte uns Perua direkt mitgeben. Dort könne sich keiner um die Kleine kümmern, zu viele Probleme hätten sie in der Familie: das Haus müssten sie Anfang Dezember räumen, den Hund wird Niemand mitnehmen können usw.

Die Kleine freute sich soooo sehr über unsere Streicheleinheiten und fiel gierig über das mitgebrachte Trockenfutter her. Peruas Zähne waren in fürchterlichem Zustand: einige verfault, fast alle Zähne dunkelbraun. Wir gaben der Kleinen auch Dosenfutter, damit sie nicht so viel kauen muss. Leider konnten wir sie nicht mitnehmen - ich versprach ihr jedoch, eine tolle Familie für sie zu finden und sie beim nächsten Mal mitzunehmen. Sie kuschelte sich in meinen Arm und leckte mir das Gesicht ab - als wollte sie sagen: "Danke, ich werde auf dich warten. Komm schnell zurück!". Es fiel mir sehr schwer, sie dort zurückzulassen, ich bin mir aber sicher - bei der nächsten Fahrt wird Perua nach Deutschland reisen.

 


Spenden

Die Spenden, d.h. Hunde- und Katzenfutter und Hunde- bzw. Katzensachen wie Körbchen oder Kratzbäume sowie Kleidung für Erwachsene und Kinder, Kinderspielzeug, Kuscheltiere, Decken und Handtücher uvm. wurden in einem Zimmer gelagert. Sofort liefen die Katzen dort hin und fingen an, die Sachen zu erkunden. Die vielen Versteckmöglichkeiten zwischen den Sachen und die Kartons fanden sie klasse! Vor allem Stasiek, ein kleiner total verschmuster Kater, kletterte überall rein und fand es super, plötzlich aus seinem Versteck rauszuspringen und uns einen Schrecken einzujagen.

 


Die Hunde schnüffelten neugierig an den Sachen. Dredzik (übersetzt Dreadlöckchen) hat einen gespendeten Hundemantel "anprobiert" und wir fanden, für die kalten Tage ist es genau das Richtige für den kleinen Wuschel. Dredzik hat diesen Namen erhalten, weil er, als er gefunden wurde, ein total verfiltztes, verknotetes, langes Fell hatte, das ihm große Schwierigkeiten beim Laufen bereitete. Als die vielen Knoten abgeschnitten wurden, mussten die Mädchen leider feststellen, dass Dredziks Haut ganz rot war. Er wurde behandelt und ist mittlerweile gesund und munter.

 


Die Trödelsachen werden nun auf Flohmärkten und im Internet verkauft. Einige werden den bedürftigen Menschen gegeben: warme Pullover für den Winter, Spielzeug für Kinder, die kaum Spielzeug haben. Das Geld, das durch den Verkauf zusammenkommt, wird für Futter und Behandlungen beim Tierarzt gebraucht. Täglich gibt es neue bedürftige Tiere: Manche wurden angefahren und dann liegengelassen, Manche krank ausgesetzt, Manche misshandelt und rausgeworfen! Derartige Geschichten gibt es unendlich viele. Die Möglichkeiten, den Tieren zu helfen, sind dagegen oft begrenzt.

Maggy

Die kleine, ängstliche Hündin heißt Maggy. Ihre Besitzerin ist schwer alkoholkrank, lebt in einer Messiwohnung. Zwischen den Müllsäcken suchten Maggy und ihre zwei Leidensgenossen nach Essbarem. Es stank nach Müll, Urin und Kot. Die Hunde kamen nie ins Freie, sie kannten nur die Wohnung. Sie hatten viel zu lange Krallen, die ihnen Schwierigkeiten beim Laufen bereiteten.

  


Die Besitzerin wollte die Hunde nicht abgeben, es seien doch schließlich ihre Tiere. Schließlich sagte sie, sie würde sie abgeben gegen eine Flasche Vodka. Sie bekam die Flasche und Maggy war einer der Hunde, die nach Deutschland reisten, wo eine liebevolle Familie auf sie wartete, die sich bereit erklärt hat, Maggy als Pflegestelle bei sich aufzunehmen.

Pflegestelle Kasia

Kasia nimmt immer wieder neue Hunde bei sich auf. Einige wird sie nicht mehr abgeben. Einer ihrer Hunde ist blind, er sollte im Tierheim eingeschläfert werden. Aber er wollte leben und Kasia nahm ihn zu sich, wo er trotz der Blindheit seit zwei Jahren ein glückliches Leben führt. An das große Rudel hat er sich schnell gewöhnt und orientiert sich oft an seinen "sehenden" Artgenossen.

Vor Kurzem kam eine Mama mit sechs süßen Welpchen zu Kasia. "Weißt du, sie sind alle wie meine Kinder" sagt sie. Sie sieht müde aus. Kasia hat einen Vollzeitjob in ihrem Beruf. Wenn sie arbeiten muss, kümmert sich ihre Mutter um die Tiere. Morgens und abends ist jedoch Kasia dran. Die vielen Tiere müssen gefüttert und versorgt werden, ungeteilte Aufmerksamkeit wünschen sich alle Vierbeiner. An diesem Tag bekamen sie sehr viel Aufmerksamkeit und Zuneigung, da es so viele Paar Hände gab.

  
  


Pflegestelle Alina

Alina hat nicht Viel - ihre Wohnung ist nicht groß, jedenfalls ist sie zu klein für die vielen Hunde. Von ihr nehmen wir drei Hunde mit nach Deutschland: Albert und die beiden Geschwister Guga und Lili.

Aber sofort anschließend werden drei "Neue" einziehen: u.a. Barry. Er lebt draußen in einer Hundehütte. Aber jetzt wird es immer kälter und Barry soll es warm haben. Und dann wird ein alter Hund zu Alina kommen - er ist schon sechzehn, lebt seit vielen Jahren im Tierheim. Chancen auf Vermittlung sind bei solchen älteren Hunden sehr schlecht. Meistens sterben sie im Tierheim, allein, sich selbst überlassen. "Er soll auf seine alten Tage nochmal Liebe und Wärme spüren" sagt Alina.

Das machen die Mädchen immer wieder: sie holen einen älteren Hund zu sich und versorgen ihn liebevoll, bis er friedlich für immer einschläft.

  
 


Rückfahrt

Wir verabschiedeten uns von allen Zwei-und Vierbeinern und fuhren los. Es war spät am Abend. Die mitgenommenen Vierbeiner schliefen fast alle, denn es war schon ziemlich spät. Die Kleinste von Allen, das Welpchen Tapika, hat zunächst ein wenig geweint, ist jedoch nach ein paar Minuten auch müde geworden.

Wieder hatten wir über 1000 km vor uns, aber wir waren einfach nur glücklich, dass wir dank der vielen, lieben Menschen, die die Fahrt möglich gemacht haben und Spenden gesammelt bzw. gebracht haben, einigen Tieren helfen konnten.

Vielen, lieben Dank an ALLE! Wir hoffen, dass wir solche Fahrten ganz oft realisieren können und freuen uns schon riesig auf die nächste Fahrt, die für Anfang Dezember geplant ist.

Daher unsere Bitte: helfen Sie uns zu helfen!