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Hera, ein ungeliebter Hund!

 

Hera im Paradies (Neuigkeiten vom 31.10.2012)

Hera fühlt sich dobermannwohl in Spanien. Sie hat sich prima eingelebt und ist eine Diva geworden. Natürlich schläft sie bei Mama im Bett und stupst dann so lange mit ihrer Schnauze, bis sie unter die Decke darf.

Mit ihrem Bruder King versteht sie sich oft noch nicht so gut, sie zickt ihn an und möchte die Chefin sein. Aber die beiden haben ja genug Platz, um sich aus dem Weg zu gehen. Ihre Schwester Patsy akzeptiert Hera und liegt auch gemeinsam mit ihr auf der Couch.

Hera bekommt einige Medikamente, da sie altersbedingt ein paar Erkrankungen hat. Es geht ihr aber sehr gut mit der medikamentösen Einstellung. Hera ist glücklich, und das macht uns ebenfalls sehr glücklich. Jeder Tag ist nun für sie ein wunderschöner Tag in ihrem Leben.

Früher verbrachte sie jeden Tag alleine auf Betonboden im Hinterhof, das muss für sie wirklich eine Qual gewesen sein, denn wenn sie auf einem besteht, dann ist es, immer dabei zu sein! Und das kann sie nun, sie darf bei ihren Menschen sein und gibt dafür ihre tiefe Dankbarkeit und Liebe!

Hier ein paar neue Fotos von Hera in ihrem neuen Heim

 
  
 


Wir wünschen Hera und ihrer Familie noch ganz viele solcher wunderbarer Jahre.

Hera im Paradies (Neuigkeiten vom 04.08.2012)

Hera hat ein neues Zuhause gefunden ... in Alicante/Spanien. Sie ist heute morgen mit unserem 2. Vorsitzenden Jürgen dorthin geflogen und lebt jetzt mit 2 weiteren Hunden bei Tierschützern auf einer traumhaften Finca von ca. 60.000 qm (ja, wirklich sechzigtausend Quadratmeter!) mit eigenem Swimmingpool, den auch die Hunde nutzen dürfen.

Hier der ausführliche Bericht mit Bildern von Hera in ihrem neuen Zuhause:

Nach der Rettung von Hera aus dem Mönchengladbacher Kneipen-Hinterhof stellten wir in diverse Foren und auf unsere Homepage einen Hilferuf ein. Es gab jedoch längere Zeit kaum Resonanz darauf.

Schließlich meldete sich jedoch ein Schweizer Ehepaar, das nach Alicante ausgewandert war. Sie hatten jahrelang ein Dobimädchen, das aber kurz zuvor verstorben war. In den Telefonaten und Mails dieses Ehepaares klang immer wieder an, wie sehr sie ihre Hunde (sie hatten bereits einen Rottweiler namens King und ein Podencomädchen namens Patsy) liebten.

  


Nach langem Überlegen sagten wir ihnen schweren Herzens ab, denn uns war bewusst, dass es "irgendwie nicht richtig" ist, einen Hund aus Deutschland nach Spanien zu vermitteln, wo es doch dort so viel mehr Tierleid gibt!

Doch der Kontakt blieb weiter bestehen. Über Facebook schrieb man sich und tauschte sich weiter über Heras Befinden aus. Sie lebte nun schon mehrere Wochen in der Hundepension und Niemand interessierte sich für die Maus.

Hera lief langsam die Zeit davon. Uns war klar, dass Hera mit ihren 10 Jahren nicht mehr so sehr viel Zeit blieb und wir bemühten uns nach Kräften um einen guten Platz für Hera in Deutschland. Doch es war scheinbar aussichtslos. Niemand meldete sich, oder es passte einfach ganz und gar nicht zusammen, besonders weil Hera nicht gut allein sein kann.



Wer sich aber immer wieder nach ihr erkundigte, war das Schweizer Ehepaar. In einer Vereinssitzung sprachen wir lange darüber und diskutierten wieder und wieder die Pro's und Contra's.

Wir hatten das OK vom Veterinär, dass Hera eine zweistündige Flugreise gut überstehen würde. Ihr Herz war in Ordnung und ansonsten wirkte sie vom Gesundheitszustand eher wie 8 Jahre alt. Der Entschluss stand fest, Hera konnte/durfte fliegen!

  


Klar war uns, dass wir nicht auf einen Flugpaten zurückgreifen wollten, sondern uns selbst vor Ort davon überzeugen wollten, wie Hera nun leben würde. Wir hatten schon viele wunderbare Bilder von dem Ehepaar und ihren Hunden erhalten und aus den Gesprächen heraus war uns klar, dass Hera es dort sehr gut haben würde.

Alle Einzelheiten waren schließlich geklärt und der Flug stand fest. Heras neue Mama konnte die Nächte vorher vor Aufregung kaum schlafen. Am 04.08.2012 flog unser zweiter Vorsitzender Jürgen K. gemeinsam mit Hera nach Alicante. Das Einchecken, der Flug, die Ankunft, die Abholung am Flughafen, einfach Alles verlief reibungslos.



An der traumhaft gelegenen Finca mit 60.000 qm Grundstück angekommen, gab es als Allererstes einen gemeinsamen Spaziergang mit allen Hunden zusammen. Sie akzeptierten sich, zwischendurch gab es zwar mal ein kurzes "Gezicke" zwischen Hera und King, aber wirklich nichts Ernsthaftes. Inzwischen liegen die beiden friedlich gemeinsam auf der Couch.



Jürgen, der Hera samstags herbegleitet hatte und sonntags wieder zurückflog, war überwältigt von dieser traumhaften Umgebung.

Hera blühte schon in den ersten Stunden auf, dies ist ein wundervoller Ort für ein altes Dobimädchen, das niemand mehr haben wollte. Nach zehn Jahren im Hinterhof einer Kneipe ist Hera in ihrem Paradies angekommen!

  


Das Leben des Schweizer Ehepaares ist nur auf die Hunde ausgerichtet, diese bekommen sehr, sehr viel Liebe und Zuwendung.

Das Grundstück der Finca ist von einer Mauer umgeben, so dass die Hunde nicht entwischen können. Sie können ins Haus und wieder hinaus, wann immer sie wollen. Auch den Pool dürfen sie benutzen, es wurde extra für sie eine hundegerechte Treppe eingebaut.



Es ist für uns eine der tollsten Vermittlungen und wir freuen uns sehr über die wunderschönen Bilder von Heramaus.

Danke an Alle, die sich bemüht haben, einen geeigneten Platz für Hera zu finden. Danke an Ursula und Patrick, dass ihr uns so vertaut habt und Hera noch einen schönen Lebensabend bereitet. Und auch ein grosses Dankeschön für die großzügige Spende von Euch für Heras Rettung!

Wir wünschen Hera noch einige wunderschöne Jahre in ihrem Paradies und werden weiter von ihr berichten.



Was vorher geschah:

Neuigkeiten vom 13.06.2012:

Hera ist, weil in der Pflegestelle jemand schwer erkrankt ist und sie deshalb nicht dort bleiben konnte, heute in die private Hundepension gezogen.

Nachdem sie die Hunde des Besitzers, Herrn G., erst lautstark angebellt hat, hat sie sich wieder beruhigt und akzeptiert die Anwesenheit der beiden Hunde.

Gestern wurde bei Hera ein Mammatumor im Gesäuge festgestellt, es wird nun abgeklärt ob dieser gut- oder bösartig ist. Wir hoffen natürlich alle sehr, dass er gutartig ist und Hera noch eine Chance auf ein schönes Leben bekommt.

Wir suchen nun weiterhin eine Endstelle für sie. Schön wäre es, wenn sie Einzelhund sein könnte, aber ein älterer Zweithund wäre sicher auch kein Problem.

Da nun weiter hohe Pensions- und Tierarztkosten für Hera entstehen, suchen wir dringend Paten, die uns helfen, die Kosten zu bewältigen.

 

 

Eine Woche später:

Hera zeigt sich in der Pflegestelle sehr kinderlieb. Sie wirkt für Ihr Alter noch sehr fit, geht sehr gerne spazieren und liebt es zu spielen. Sie liebt Wasser und schlummert nach einer Plantscherei zufrieden in der Sonne.



  


Mit dem kleinen Hund in der Pflegestelle versteht sie sich sehr gut, draußen bellt sie jedoch größere Hunde an.

Bei Spaziergängen hört Hera sehr gut. Sie lässt sich abrufen und kennt Grundkommandos. Sie blüht wieder richtig auf und erfreut sich am Leben.

Ihr gesundheitlicher Zustand wird in den nächsten Tagen nochmals gründlich untersucht. Wir hoffen, dass sie keine schlummernden Erkrankungen hat.

Wir freuen uns Alle, dass Hera so sehr aufblüht und nach 10 Jahren endlich anfangen kann, ihr Leben zu genießen!

 

 

So fanden wir sie vor:

Als wir das erste mal von Hera hörten, hieß es, sie säße im Hinterhof einer Kneipe, die Besitzer hätten sich getrennt und den Hund wolle nun niemand mehr haben! Keiner kümmere sich mehr um sie und sie wäre den ganzen Tag alleine.

Wir bemühten uns um eine Pflege- oder noch besser, um eine Endstelle. Bis dahin hatten wir nur Fotos von Hera gesehen und ein paar wenige Infos zu Ihr erhalten. Wir wußten, sie ist 10 Jahre alt, lieb und eine Dobermannhündin, mehr nicht.

Nach ein paar Tagen intensiver Suche fanden wir endlich eine geeignete Pflegestelle für Hera. Sehr glücklich machten wir uns auf den Weg, um sie abzuholen.

Mitten in der Innenstadt standen wir nun vor einer Kneipe. Eine junge Frau weinte und sagte, es täte Ihr so leid, aber sie müsse sich trennen. Eine weitere Dame ging nach hinten durch in die Kneipe und holte Hera. Sie saß tatsächlich in einem winzigen Verschlag zwischen den Toiletten und dem Partyraum.



Niemand konnte oder wollte uns etwas Näheres zu Hera sagen, es hieß nur, dass dieser Hund dort schon seit Jahren so lebe. Hera bekam Futter und Wasser, aber Liebe und Zuwendung hat sie so gut wie nie bekommen. An Wochenenden wurden direkt neben ihrem Verschlag wilde Partys gefeiert, Hera konnte nie vor der Musik und den lauten Geräuschen fliehen. Sie lag immer eingepfercht in Ihrem Verschlag und vegetierte dort vor sich hin.

   Als wir Hera sahen, fiel uns als erstes sofort Ihr Blick auf. Man schaut diesem Tier in die Augen und die erzählen Geschichten von Einsamkeit und Leid. Ihre Augen sind schon etwas trüb, aber Ihr Blick ist sanft, wirklich herzzerreißend.

Hera ging sofort mit uns, ohne sich auch nur einmal nach Ihrem weinenden Frauchen umzusehen. Warum weinte diese Frau? Wurde Ihr vielleicht bewusst, was sie diesem Tier über Jahre angetan hatte?

Hera ist ziemlich übergewichtig und hat ziemlich wenig Muskelmasse. Etwas tattrig ging sie die ersten Schritte in die Freiheit. Ins Auto stieg sie bereitwillig ein, das kannte sie scheinbar. Aufgeregt, aber lieb machte sie sich gemeinsam mit uns auf Ihre Reise in die ca. 45 min. entfernte Pflegestelle.

Auf der Fahrt untersuchte ich sie schon ein wenig. Sie hat ein paar Alterswarzen und sehr schlechtes Fell. Ihre oberen Fangzähne sehen aus wie abgeschnitten, es kann sein, dass sie auf Steinen herum gekaut hat und die Zähne davon abgewetzt sind. Ich sah einfach einen vernachlässigten, verwahrlosten Hund auf der Rückbank sitzen. Sie stank zum Himmel und Ihr Fell war sehr schmutzig.

Wir kamen in der Pflegestelle an und Hera durfte erst einmal den Garten erkunden. Es kam einem so vor, als hätte sie noch nicht sehr oft auf einer Wiese gelegen. Wir kannten dieses neugierige Verhalten von Pflegehunden, die vorher nur im Zwinger gehalten wurden.



Nun bekam sie erstmal eine Dusche. Ganz lieb ließ sie alles über sich ergehen. Als sie dann wieder in den Garten durfte, rannte sie ausgelassen los und wir hatten das Gefühl, dass sie froh war, diesen alten nach Kot und Kippen stinkenden Dreck los zu sein.

Schnell bemerkte man auch, dass Hera geschlagen worden ist. Wenn man sich über sie beugt, duckt sie sich ganz flach auf den Boden und möchte gar nicht wieder aufstehen. Sie hat schon noch Vertrauen zum Menschen und fordert auch Streicheleinheiten, aber bei schnellen, beängstigenden Bewegungen unterwirft sie sich sofort. Sie ist eine Seele von Hund und was man Ihr angetan hat ist furchtbar!

Sie darf nun erst nach zehn langen Jahren kennen lerne,n wie es ist, zu leben! Und das in einem zivilisierten Land wie Deutschland. Was da hinter verschlossenen Türen noch alles mit Hera passiert ist, möchte man gar nicht wissen!

Sie fängt in der Pflegestelle ganz langsam an zu spielen. Mit einem Ball und mit der schon vorhandenen, kleinen Hündin. Sie ist so lieb, selbst jedem Hund unterwirft sie sich.

Für Ihr endgültiges HAPPY END suchen wir dringend neue Besitzer für Hera. Besitzer, die Ihr zeigen, wie schön ein Hundeleben sein kann, die Ihr zeigen, was es heißt, geliebt zu werden und zu schmusen! Die Ihr Sicherheit geben und sich einfach um sie kümmern!

Hera ist 10 Jahre alt. Sie ist gechipt, geimpft, aber nicht kastriert. Das wäre in ihrem Alter ein zu hohes Risiko für sie. Wer zeigt Hera das Leben?