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*** Unser Seminar "Leben mit dem Jäger - der Jägermeister" am 25.08.2013 ***

Voller Neugierde und Erwartungen trafen ab 10.45 Uhr nach und nach die Hunde mit ihren Besitzern auf dem Hundeplatz ein. Erst tranken alle noch entspannt einen Kaffee und unterhielten sich über ihre Vierbeiner, dann ging es los.

Wir bildeten einen großen Kreis und Irina stellte sich vor. Danach berichteten alle Hundebesitzer kurz von den Problemen mit ihrem Liebling.

Während wir alle im Kreis standen und Irina einige Fragen stellte, um einen Eindruck zu bekommen, wo die Besitzer mit ihren Hunden stehen, konnte man immer wieder beobachten, dass es Unruhen unter den Tieren gab. Ein Hund kam etwas später dazu und viele Andere reagierten auf sein Eintreffen. Diese Situationen nutzte Irina, um zu verdeutlichen, wie Hunde untereinander kommunizieren. Auf "Unruhe" jeglicher Art reagierten einige Hunde sofort, andere gar nicht. Manche Besitzer waren der Meinung, dass die Hunde nur miteinander spielen wollten, aber Irina erklärte, dass dies keine Spielaufforderungen, sondern Reglementierungen sind. Das konnte man im Laufe des Tages auch sehr schön in vielen Situationen erkennen. Auch die Mehrhundebesitzer konnten berichten, dass es in ihrem Rudel selten zu einem wirklichen Spiel kommt, denn "Unruhe" wird von den Leithunden meist nicht geduldet. Denn oft handelt es sich nicht um ein Spiel, sondern um ein "Kräftemessen" und das unterbinden die Rudelführer.

Eine ganze Zeitlang besprachen wir in der Runde verschiedene Situationen. Zum Beispiel Begegnungen mit anderen Hunden, wie reagiere ich als Hundehalter wann, wann muss ich meinen Hund schützen, was mache ich wenn usw. Einige fragten sich sicherlich, was das alles mit dem "Jägermeister" zu tun hat, aber Irina erklärte, dass es um das Gesamtbild geht, und dass ein Rudelführer (Mensch) das Jagen kontrollieren kann, wenn die Kommunikation zwischen Mensch und Hund auch in allen anderen Lebenslagen funktioniert.

Schnell erkannte Irina, dass in der Gruppe der 16 Teilnehmer nur eine tatsächliche Jägerin dabei war und dies bestätigte sich auch im Laufe des Seminars.

Verdutzt schauten wir alle, als Irina sagte, dass es nicht um das Unterbinden des Jagens geht, sondern um das "gemeinsame Jagen" und das Steuern der Jagd- bzw. Hetzinstinkte. Stimmt die Kommunikation zwischen Mensch (Rudelführer) und Hund, und ist das Tier ausreichend ausgelastet, gibt es keinen Grund für ihn, allein zu jagen. Und Irina sagte auch, dass das Jagen eines einzelnen Mitglieds in einem Hunde- oder Wolfsrudel ein "no go" ist, denn ein Rudel trennt sich nicht! Dies konnten die Mehrhundebesitzer auch bestätigen, denn wenn sie mit ihren Hunden unterwegs sind und einer von ihnen geht auf die Jagd und kehrt zurück, dann wird er von den anderen Hunden reglementiert.

Was vorher für viele der Hundebesitzer nicht zu verstehen war, bekam jetzt einen Sinn. Die meisten haben von ihren Hundetrainern gelernt, dass sie den Hund loben müssen, sobald er zu ihnen zurückkommt. Dass diese Bestätigung aber völlig falsch ist, ergab nun auch einen Sinn. Das Rudel bleibt zusammen und jeder, der gegen diese Regel verstößt, wird korrigiert. Deshalb hieß es als nächstes an diesem Tag: "Beobachtung ist das A und O". Irina sagte: "immer ein Auge auf die Umgebung und eins auf den Hund" :-) Natürlich hört sich das sehr schwierig an, aber im Laufe des Tages klappte dies bei Allen immer besser.

Ein Satz von Irina der bei vielen hängen blieb war "Wir bestätigen mit einem Lob den inneren Zustand des Hundes". Man muss sich genau überlegen, ob und wann man lobt. Denn ist der Hund innerlich angespannt, bestätige und verstärke ich mit einem Lob diesen Zustand!

Schön war auch, dass aus einigen Ecken immer wieder zu hören war "ich erkenne meinen Hund nicht wieder, das klappt ja toll"!

Dann ging es weiter, wir sollten lernen wie man richtig, geimeinsam mit dem Hund nach Beute jagen kann. Mit Hilfe einer Reizangel übten wir mit den Hunden, gemeinsam etwas zu hetzen. Natürlich ist dies nicht für jeden Hund das Richtige, aber die meisten hatten sehr viel Spass daran. Und für diejenigen, die wenig Interesse an der Stoffbeute hatten, gab es auch noch einen Wildduftstoff. Irina ließ das Fläschchen herumgehen, damit alle einmal daran riechen konnten. Und die Hunde streckten ihre Schnauzen sofort in die Luft um festzustellen, wo dieser "leckere" Geruch herkam.

Irinas Hündin Wilma, die auch dabei war, kennt keine Kommandos wie Sitz, Platz oder Aus. Und trotzdem führt sie diese Dinge aus, wenn man es von ihr verlangt - ganz alleine durch Körpersprache. Dies durften auch einige Seminarteilnehmer mit Wilma ausprobieren. Sie versuchten, ihr etwas aus der Schnauze zu nehmen, aber Wilma ließ nicht los. Die meisten versuchten, Wilma mit einem "Aus" davon zu überzeugen, ihre Beute loszulassen, doch sie ließ nicht los. Mit einem Lächeln sagte Irina "das kennt sie nicht :-)". Dann zeigte sie, dass die Körpersprache/ Körperhaltung ausreicht, um ihr begreiflich zu machen, dass sie die Beute loslassen soll - und es funktionierte.

Danach ging es ab ins Gelände, wo wir mit Schleppleinen das Erlernte ausprobieren konnten. Und es war erstaunlich: obwohl vor uns auf dem Feld Hasen und Fasanen waren, gab es keinen Hund, der es schaffte, diesen hinterherzujagen. Jeder Halter konnte seinen Hund rechtzeitig von der Jagd abhalten.

Nun heißt es dran bleiben, seinen Hund beobachten und auf die kleinsten Veränderungen achten.

Wir könnten noch so viele Erfahrungen von diesem Tag berichten, aber dies würde den Rahmen sprengen. Wir freuen uns sehr auf die kommenden Seminare und sind gespannt, was wir an diesen Tagen noch alles lernen werden.

Unser Fazit ist, wir haben in unserer Tierschutzlaufbahn noch keinen Trainer getroffen, der uns so von seiner Arbeit überzeugt hat. Irina kann die Hunde lesen und auch ohne Worte mit ihnen kommunizieren. Danke für den tollen, lehrreichen Tag und bis zum nächsten Mal!

Hier eine Diashow vom Seminar auf Youtube (bitte klicken).

Und hier ein kleines Video vom Seminar auf Youtube (bitte klicken).