Besucher:

Annabelle


Als Agnieszka uns schrieb, dass es eine kleine, liebe Hündin gibt, die hochträchtig bei -16 Grad im Freien leben muss, waren wir alle fassungslos. Die Familie, bei der Annabelle lebte, wollte sie nicht ins Haus lassen, sie sollte ihre Kleinen in der gammeligen, nicht isolierten Hütte in der Eiseskälte bekommen. Bei den Temperaturen hätten die Welpchen es sicherlich nicht überlebt.

So wurde von heute auf morgen die Entscheidung getroffen, nach Polen zu fahren und die Kleine zu holen. Wir packten den Transporter, denn es waren wieder ganz viele tolle Sachspenden zusammengekommen und auch Futter luden wir ein. Die Hinfahrt zog sich etwas hin, da es sehr kalt war und zwischendurch auch Schnee auf den Straßen lag.

Als wir angekommen sind, fuhren wir sofort, die Kleine holen, es war so fürchterlich kalt, dass man die Hände kaum bewegen konnte. Annabelle begrüßte uns sehr freundlich, sie freute sich so sehr, als ob sie gewusst hätte, dass wir gekommen sind, um sie und ihre Welpen zu retten. Sie kuschelte sich an unsere Hände, ließ sich hochheben und ins Auto tragen. Vollen Vertrauen und glücklich fuhr sie mit uns zu Agnieszka, wo wir uns zunächst alle ausruhten und den Wagen ausräumten.

Vor der Rückfahrt nach Deutschland fuhren wir noch kurz Kora in der Hundepension besuchen. Kora, die 1,5 Jahre alte, total verschmuste und lebendige Hündin, lebte bis vor kurzem an einer kurzen Kette. Der Besitzer gab sie gerne an die Tierschützer ab und Kora wird bald nach Deutschland reisen können. Wir lernten die liebe Hündin kennen, machten Fotos und fuhren los Richtung Deutschland, in der Hoffnung, dass Annabelles Welpen mit der Geburt noch etwas warten werden.

Nach 200 km, gegen Mitternacht, blieb unser Wagen stehen, ein Lämpchen signalisierte eine Störung. Wir kamen nicht weiter, der Wagen fuhr einfach nicht. Zum Glück war in der Nähe eine Tankstelle, sodass wir mit Annabelle rhineingehen konnten und im Warmen auf den Pannendienst warten konnten. Wir waren sehr aufgeregt, da wir nicht wussten, wie es weiter geht und wir machten uns natürlich Sorgen um Annabelle und ihren Nachwuchs. Die Kleine blieb jedoch ruhig und kuschelte sich die ganze Zeit an uns.

Wir wurden abgeschleppt und warteten stundenlang, während man versuchte, den Wagen zu reparieren. Doch die Störung des Wagens ließ sich nicht beheben, sodass wir die Nachricht bekamen, dass aufgrund des Feiertags der Wagen erst übermorgen in eine Peugeot-Werkstatt gebracht wird, wo er repariert werden kann. Die Reparatur kann jedoch ein paar Tage dauern, sagte man uns. Man wollte uns in ein Hotel bringen, jedoch ohne Hund. Das kam natürlich nicht in Frage, sodass wir Agnieszka anriefen, die uns mitten in der Nacht abholen kam.

Aufgrund der längeren Fahrt über die Landstraße waren wir erst gegen 6 Uhr morgens im Bett. Völlig erschöpft schliefen wir den ganzen Tag, auch Annabelle ruhte sich aus und genoss es, im Warmen bei Menschen zu sein.

Am nächsten Tag rief die Werkstatt an und man sagte uns, dass sie nach der Störung suchen, dass es jedoch den ganzen Tag dauern kann, da noch andere Fahrzeuge untersucht werden müssen, sodass immer noch unklar war, ob und wann wir zurückfahren können. Wir steckten fest!

Angespannt warteten wir den ganzen Tag, die Handwerker waren bemüht, den Wagen so schnell wie möglich zu reparieren und haben Überstunden gemacht. Als wir den Wagen holten, war der Hausmeister so freundlich, uns den Wagen herauszugeben. Wir fuhren sofort los, denn es war wieder sehr spät am Abend und wir wollten Annabelle so schnell wie möglich zu ihrer Pflegefamilie bringen. Die Fahrt verlief zum Glück ruhig, die Kleine schlief, wir guckten immer wieder nach ihrem Zustand.

Am nächsten Tag früh am Morgen brachten wir Annabelle in die Pflegefamilie, wo sie schon sehnsüchtig erwartet wurde. Wir waren sooo froh, dass wir es geschafft haben und die Kleinen in Annabelles Bauch noch auf sich warten ließen.

Annabelle wartete mit ihrer Niederkunft noch ein paar Tage, dann, am 02.04.2013 gegen 05:30 Uhr, war aus dem "Geburtszimmer" ein leises Fiepen zu hören. Schnell schauten wir nach und fanden Annabelle mit 5 Welpchen vor, die sie sorgfältig versorgte. Sie waren noch ganz feucht, allzu lange konnte ihre Geburt also noch nicht her sein. Mutter und Welpen waren wohlauf und gesund und munter, dem Himmel sei Dank!

Und hier sind Annabelle und ihre Kleinen: